Die Vorstellung, dass wir die Nachkommen von Affen sind, macht uns immer neugierig auf die Primaten.
Gerade deswegen laufen wir so interessiert in die Gehege von Schimpansen, Gorillas, Orang Utans & Co. Und jedes Mal wenn wir etwas entdeckt haben, das uns an uns selbst erinnert, jedes Mal, wenn ein Affe uns selbst quasi wiederspiegelt, schreien wir vor Freude und haben den Eindruck, als gebe es die Affen nur deswegen, um uns davon zu überzeugen, dass wir doch ein Teil der gesamten Fauna der Erde sind und nicht etwas ganz absonderliches, wie Fremdkörper, wie Marsianer, die in einer entzauberten Welt leben.
Diese Vorstellung an fühlt sich sehr beruhigend an, deshalb stehen wir so lange vor Gehegen, in dem Fall von Orang Utans und freuen uns etwas zu entdecken, das wir auch von uns kennen. Im Bild „Traum eines Orang Utans“ will ich den Betrachter darauf aufmerksam machen, dass die Tiere im Zoo geboren und aufgewachsen sind und nichts anderes sehen, also die Menschen, die vor dem Glas glotzen – diese Tiere können auch träumen, und diese Träume sind auch von uns, von den Menschen, die sie beobachten und Fotos machen, die schreien, vorbei laufen, die an die Scheibe klopfen.. eine Welt, die nichts mit ihrem Herkunftsort zu tun hat. Diese ist aber auch ihre Herkunft.
Deshalb wurde das Bild als Paradoxon gemalt und soll auch so bleiben. Aber natürlich bleibt es dem Betrachter offen, seine eigene Meinung über das Setting und die dargestellte Situation zu bilden.