Liza Reich (Elizaveta Reich), 1975 in Taschkent geboren und seit vielen Jahren in München tätig, gehört zu den Künstlerinnen, deren Werk sich in besonderer Weise mit dem Menschen auseinandersetzt. Geprägt durch ihre Ausbildung in Usbekistan und an der Akademie der Bildenden Künste München entwickelte sie eine eigenständige Bildsprache, die Beobachtung, malerisches Können und persönliche Interpretation verbindet.
Die Arbeiten in diesem Heft entstanden nicht aus der Beobachtung der äußeren Wirklichkeit, sondern aus inneren Bildern.
Sie sind flüchtige Gedanken oder Einfälle, die in zeichnerischem Format festgehalten wurden.
Es wird mit allem gezeichnet, was zur Hand ist: Stife, Kaffee, Tee, Wimperntusche, Marker, Kreide oder sogar Nagellack.
Ohne vorgefassten Plan.
Sie entwickeln sich aus Linien, aus Andeutungen, aus fragmentarischen Vorstellungen.
Oft beginnt eine Arbeit mit einer Form oder Bewegung, die sich im Verlauf verdichtet und eine eigene, innere Logik entfaltet.
Im Mittelpunkt stehen Träume, Wesen oder Situationen, die sich dem direkten Benennen entziehen.
Sie bewegen sich zwischen Figuration und Abstraktion – in einem Bereich, in dem Erinnerung, Vorstellung und spontane Assoziation ineinandergreifen.
Es ist dem Betrachter überlassen, eine Bedeutung, einen Titel oder eine Erklärung selbst zu finden